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Erbschaftssteuer mit Auslandsbezug

 
Seit 2009 gilt ein grundlegend reformiertes Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht.
Damit hat der Gesetzgeber die Forderungen des Bundesverfassungsgerichts umgesetzt, meint der Gesetzgeber.
 
Die eigentliche Problematik, die so ein Gesetz immer mit sich zieht, möchte ich versuchen etwas näher zu beleuchten.
 
Ich versuche mal die wichtigsten Dinge hier aufzuzeigen. Diese Information über das Erbschaftssteuerrecht, die ich hier beleuchte,  ist hauptsächlich an Deutsche gerichtet, die ihren Wohnsitz nach Thailand verlegt haben oder/und mit einer Thailänderin in Deutschland oder Thailand verheiratet sind.
 
Vorab möchte ich darauf hinweisen, wenn hier von „unbeschränkter oder beschränkter Steuerpflicht“ die Rede ist, so bezieht sich diese Steuerpflicht ausschließlich auf das Erbschaftssteuergesetz (ErbStG).
Diese Steuerpflicht hat nichts mit dem Einkommensteuergesetz (EStG) zu tun.
 
Es stellt sich immer die Frage, ob das ausländische Vermögen auch in Deutschland im Todesfall besteuert wird.
 
Man kann davon ausgehen, dass solche Besteuerung grundsätzlich erfolgen wird, wenn die Voraussetzungen dazu gegeben sind. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie als Betroffener von der zuständigen Finanzbehörde aufgefordert werden, eine Steuererklärung abzugeben, wenn ein Erbfall eingetreten ist.
Die deutsche Finanzbehörde besteuert auch im Ausland befindliches Vermögen. Eine solche Besteuerung erfolgt grundsätzlich, wenn der Erblasser entweder zum Zeitpunkt des Todes seinen letzten Wohnsitz in Deutschland hatte oder die deutsche Staatsangehörigkeit besaß und nicht länger als fünf Jahre dauernd im Ausland gelebt hatte.
 
Liegen die vorgenannten Voraussetzungen (Wohnsitz oder Aufenthalt des Erblassers oder des Erwerbers im Inland vor, so unterliegt sowohl das in Deutschland als auch eventuell im Ausland liegende Vermögen unbeschränkt der deutschen Erbschaftssteuer.
 
Wenn weder Erblasser noch Erwerber Steuer-Inländer sind, so besteht eine so genannte beschränkte Erbschaftsteuerpflicht, die sich ausschließlich auf das in Deutschland vorhandene Vermögen im Nachlass bezieht.
 
Grundsätzlich sollten wir uns merken: 
 
Jeder, der aus einer Erbschaft etwas erwirbt, sei es als Erbe, Vermächtnisnehmer, Pflichtteilsberechtigter oder Begünstigter, unterliegt dem Grunde nach der Steuerpflicht nach den Bestimmungen des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes.
 
Und glauben Sie nicht, dass man eine Erbschaft mit Wohnsitz Thailand geheim halten kann. Bedenken Sie z. B. dass Banken, Versicherungen verpflichtet sind, nach dem Tod des Erblassers auch an Behörden dies zu melden.
 
Höhe der Steuer?
 
Die Höhe der zu entrichtenden Steuer bemisst sich grundsätzlich nach dem Wert der Erbschaft und der Zugehörigkeit des Bedachten zu einer von drei gesetzlich vorgesehenen Steuerklassen. Weiter sind in jedem Fall gesetzlich festgelegte Steuerfreibeträge steuermindernd zu berücksichtigen.
 
In die günstigste Steuerklasse I fällt der Ehegatte, der eingetragene Lebenspartner die Kinder und Stiefkinder, die Enkel und Großenkel sowie die Eltern und Großeltern des Erblassers. Die Steuerklasse II ist für Geschwister, Nichten und Neffen, die Stiefeltern, Schwiegereltern sowie den geschiedenen Ehegatten des Erblassers vorgesehen. Die Steuerklasse III gilt für alle übrigen Personen, also Cousins und Cousinen, Großnichten und -neffen, sowie für alle nicht verwandten Erwerber.
 
Der Steuersatz für Personen der Steuerklasse I liegt beispielsweise bei einem steuerpflichtigen Erwerb von bis zu 75.000 Euro bei 7 %, bei Personen der Steuerklasse II wären hier 15 % zu entrichten und in der Steuerklasse III liegt er bei 30 %.
Diese Werte steigen kontinuierlich mit dem Wert der Erbschaft an.
 
  

Wert des steuerpflichtigen Erwerbs bis einschließlich
Steuerklasse I
Steuerklasse II
Steuerklasse III
70.000 Euro
7 %
15 %
30 %
300.000 Euro
11 %
20 %
30 %
600.000 Euro           
15 %
25 %
30 %
6.000.000 Euro
19 %
30 %
30 %

 
Um die Höhe des zu versteuernden Erwerbes zu ermitteln, sind zunächst sämtliche Vermögensgegenstände, die einem zugewandt wurden, zum Todeszeitpunkt zu bewerten. Dies stellt bei vorhandenem Barvermögen grundsätzlich keine Schwierigkeit dar.
Von dem so ermittelten Nachlasswert sind dann zur Ermittlung des der Besteuerung zugrunde liegenden so genannten Nettowertes des erlangten Vermögens sämtliche Nachlassverbindlichkeiten abzuziehen.
Anders sieht es bei Grundvermögen aus, aber dazu dann später mehr.
 
Vor der Besteuerung werden dann noch sogenannte Freibeträge ausgenommen. So verbleibt beispielsweise für den Ehegatten und den eingetragenen Lebenspartner des Erblassers ein Erbe von bis zu 500.000 Euro komplett steuerfrei.
Bei Kindern beträgt der Steuerfreibetrag 400.000 Euro, bei den Eltern des Erblassers 100.000 Euro. Für Personen der Steuerklasse II beträgt der Steuerfreibetrag 20.000 Euro, für solche der Steuerklasse III ebenfalls 20.000 Euro.
 
 Nur soweit der Erbe (oder Vermächtnisnehmer/Pflichtteilsberechtigter/Begünstigter einer Auflage) Vermögenswerte über diese Freibeträge hinaus erhält, muss er den Mehrbetrag mit den oben beschriebenen Steuersätzen versteuern.
 
Neben diesen aufgezeigten Freibeträgen wird noch ein besonderer Versorgungsfreibetrag gewährt. Dieser Freibetrag gilt jedoch nur für den Erwerb des Todes wegen und nicht für Schenkungen.
 
Anrechnung des besonderen Versorgungsfreibetrags
 
Ehegatten erhalten neben dem persönlichen Freibetrag beim Erwerb von Todes wegen, also aufgrund Erbschaft, aber nicht bei einer Schenkung, zusätzliche Versorgungsfreibeträge eingeräumt, welche die Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Erbschaftsteuer verringern.
Dieser besondere Versorgungsfreibetrag nach § 17 ErbStG beläuft zurzeit sich auf 256.000 Euro.
 
Im Bezug auf den besonderen Versorgungsfreibetrag gilt es aber zu berücksichtigen, dass dieser nicht in voller Höhe angerechnet werden kann, sofern der betreffende Erbe erbschaftssteuerfreie Versorgungsbezüge erhält. Falls der Erbe beispielsweise eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder eine betriebliche Altersversorgung erhält, verringert sich der besondere Versorgungsfreibetrag entsprechend.
 
Kindern wird ebenfalls ein besonderer Versorgungsfreibetrag gewährt:
 
Bei einem Alter bis zu 5 Jahren in Höhe von 52.000 Euro;
Bei einem Alter von mehr als 5 bis 10 Jahren in Höhe von 41.000 Euro;
Bei einem Alter von mehr als 10 bis 15 Jahren in Höhe von 30.700 Euro;
Bei einem Alter von mehr als 15 bis 20 Jahren in Höhe von 20.500 Euro;
Bei einem Alter von mehr als 20 bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres in Höhe von 10.300 Euro;
 
Stehen dem Kind aus Anlass des Todes des Erblassers nicht der Erbschaftsteuer unterliegende Versorgungsbezug zu, wird der Freibetrag um den nach § 13 Abs. 1 des Bewertungsgesetzes zu ermittelnden Kapitalwert dieser Versorgungsbezüge gekürzt. Bei der Berechnung des Kapitalwerts ist von der nach den Verhältnissen am Stichtag (§ 11) voraussichtlichen Dauer der Bezüge auszugehen.
 
Außerdem sieht das Erbschaftsteuergesetz weitere Freibeträge vor, z. B. für den Erwerb bestimmter Vermögensgegenstände:
 
Beim Erwerb durch Personen der Steuerklasse I bzw. den eingetragenen Lebenspartner
41.000,00 EUR für Hausrat einschließlich Wäsche und Kleidungsstücke, 12.000,00 EUR für andere bewegliche körperliche Gegenstände (z. B. Pkw, Schmuck, Musikinstrumente).
 
Wann liegt eine „unbeschränkte Steuerpflicht“ des Erblassers vor?
 
Die Steuerpflicht bei der Erbschaftsteuer ergibt sich aus § 2 Abs. 1 ErbStG.
Bei der Besteuerung ist zwischen der "unbeschränkten" und der (auf das Inlandsvermögen) "beschränkten" Steuerpflicht zu unterscheiden.
 
Bei "unbeschränkter Steuerpflicht" unterliegt der gesamte Vermögensanfall der Erbschaft- oder Schenkungsteuer, also sowohl das Inlands-, als auch das Auslandsvermögen.
 
Die unbeschränkte Steuerpflicht tritt ein, wenn entweder der Erblasser, der Schenker oder der Erwerber ein Steuerinländer ist.
 
Die Erbschaftsteuerpflicht wirkt als erweiterte unbeschränkte Steuerpflicht bei deutschen Staatsangehörigen noch fünf Jahre nach ihrem Wegzug aus Deutschland nach. In diesem Fall ist der gesamte Vermögensanfall steuerpflichtig bei der Erbschaftsteuer. Andernfalls nur der Vermögensanfall, der in Inlandsvermögen nach § 121 BewG besteht. Es reicht also aus, wenn nur der Erblasser Inländer ist.
 
Anmerkung: Als „Inländer“ gelten insbesondere:
Natürliche Personen, die in Deutschland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben. Dabei kommt es auf die Staatsangehörigkeit nicht an. Und deutsche Staatsangehörige, die sich nicht länger als fünf Jahre vor dem Erbfall dauernd im Ausland aufgehalten haben, ohne im Inland einen Wohnsitz zu haben.
  
Beispiel:
Der Erblasser hatte seinen Wohnsitz und/oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt länger als fünf Jahre in Thailand, also in einem Drittstaat und war mit einer Thailänderin verheiratet oder auch nicht.
 
Der Erblasser und seine überlebende Ehegattin gelten somit NICHT als „Inländer“ nach dem ErbStG und erfüllen nicht die Kriterien der „unbeschränkten Steuerpflicht“.
 
Es ist unbedeutend, ob der Erblasser oder dann die überlebende thailändische Ehegattin nach dem EStG die „unbeschränkte Steuerpflicht“ beantragen konnten oder können.
 
Merke: Das ErbStG und das EStG sind zwei Paar verschiedene Schuhe, wie oben schon mal erwähnt.
 
Wann liegt eine „beschränkte Steuerpflicht“ des Erblassers vor?
 
Liegen die Voraussetzungen für die „Inländereigenschaft“ weder in der Person des Erblassers noch in der Person des Erwerbers vor, so erstreckt sich nur die Besteuerung  auf das Inlandsvermögen im Sinne von § 121 des Bewertungsgesetzes (BewG).
 
Dazu zählen insbesondere das in Deutschland befindliche land- und forstwirtschaftliche Vermögen, Grundvermögen, Betriebsvermögen sowie Anteile (mindestens 10 Prozent) an inländischen Kapitalgesellschaften.
 
Beispiel:
Die thailändische überlebende Ehegattin und der deutsche Erblasser haben ihren gemeinsamen Wohnsitz schon länger als 5 Jahre in Thailand.
In diesem Fall gibt es keine Wahlmöglichkeit zwischen beschränkter oder unbeschränkter Steuerpflicht nach derzeitig gültigem Erbschaftssteuerrecht, da die Ehegattin in einem Drittstaat wohnt.
 
Der  § 2 Abs. 3  ErbStG 2009 ermöglicht den beschränkt Steuerpflichtigen NUR DANN ein Wahlrecht auf unbeschränkte Steuerpflicht, wenn der Erblasser oder Erbe zum Zeitpunkt der Entstehung der Steuer einen Wohnsitz in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder einem Staat hat, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum anwendbar ist.
 
Die Ehefrau würde daher als eine Erbin nur den Freibetrag für beschränkt Steuerpflichtige in Höhe von zurzeit 2 000,- Euro nach § 16 Abs. 2  ErbStG 2009 erhalten soweit überhaupt steuerpflichtiges Inlandsvermögen gemäß § 121 BewG in der BRD vorhanden ist.
 
Hätte aber der Erblasser zusätzlich noch Grundvermögen (Haus und Grundstück z. B. stellt steuerpflichtiges Inlandsvermögen gemäß § 121 BewG dar) in Deutschland, so würde Erbschaftssteuer für die überlebende Ehegattin anfallen, falls die  Werte  höher liegen würden  als die Freibeträge.
 
Merke: 
Bei beschränkt Steuerpflichtigen, wie hier die überlebende Ehegattin liegt der Freibetrag, unabhängig von der Steuerklasse, bei ganze 2.000 Euro.
Neben diesen aufgezeigten Freibeträgen kommen aber noch besondere Versorgungsfreibeträge, wie bereits oben erwähnt, hinzu.
 
Die steuerliche Beschränkung bedeutet, dass zum Beispiel die überlebende Ehegattin nur für das in Deutschland befindliche Grundvermögen (siehe dazu § 121 BewG) Steuern an den deutschen Fiskus abführen muss. Auf das eventuell weltweit angelegte Geld und andernorts erzielte Einkünfte muss in Deutschland keine Erbschaftssteuer abgeführt werden.
Auch private Guthaben auf deutsche Banken und Sparkassen unterliegen nicht der Steuerpflicht. einzig nur das Grundvermögen gemäß § 121 BewG.
 
Welches Gericht ist zuständig?
 
Für Nachlassangelegenheiten für Deutsche mit Auslandswohnsitz liegt die Zuständigkeit beim Amtsgericht Schöneberg, Grunewaldstr. 66 – 67, 10823 Berlin.
Testamente können zu Lebzeiten des Testators von jedem deutschen Amtsgericht verwahrt werden. Es entsteht in Abhängigkeit von der Höhe des Vermögens eine einmalige Verwahrgebühr.
Nach Eintritt des Erbfalls wird das Testament gegen Vorlage der Sterbeurkunde des Testators eröffnet. Der Erbe erhält ein Eröffnungsprotokoll nebst Abschrift des Testaments.
 
Welche Finanzbehörde ist zuständig?
 
Grundsätzlich ist für die Festsetzung und Erhebung der Erbschaft- und Schenkungsteuer
das Finanzamt örtlich zuständig, in dessen Bezirk der Erblasser zur Zeit seines Todes oder
der Schenker zur Zeit der Ausführung der Schenkung seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen
Aufenthalt hatte.
 
Es kann daher möglich sein, dass Kreditinstitute oder auch Lebensversicherungen vom Erben eine Unbedenklichkeitsbescheinigung anfordern, obwohl in den meisten Fällen diese Institutionen sich selbst an die entsprechende Finanzbehörde wenden.
 
Was verstehen wir unter einer Unbedenklichkeitsbescheinigung?
 
Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ist notwendig, wenn an einem Erbfall ein  ausländischer Erwerber beteiligt ist.
Die Banken haften für die Erbschaftssteuer, wenn sie das von ihnen verwaltete oder verwahrte Vermögen vor Entrichtung der Erbschaftsteuer einem ausländischen Berechtigten auszahlen oder zur Verfügung stellen.
 
Zur Vermeidung der Haftung fordern die Banken in diesen Fällen eine erbschaftsteuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung an.
Die Unbedenklichkeitsbescheinigung erteilt das für die Erbschaftsteuer zuständige Finanzamt, sobald nach Prüfung der Unterlagen die gegen den ausländischen Erwerber festgesetzte Erbschaftsteuer bezahlt ist oder festgestellt wird, dass keine Erbschaftsteuer anfällt.
 
Auszug aus dem thailändischen Erbrecht (Näheres darüber siehe unter „Erben und Vererben“ und unter „Muster für Verfügungen / Testamente)
 
Nach thailändischem Erbrecht findet im Falle des Todes eines Ehegatten zunächst eine Verteilung des ehelichen Gemeinschaftsvermögens statt.
Diese Vermögensgegenstände können sich je nachdem, nach thailändischem oder deutschem Recht richten. Es kommt darauf an, wo sich die Vermögensgegenstände befinden.
 
Hinterlässt der verstorbene Ehegatte Kinder, so erbt der überlebende Ehegatte mit den Kindern zu gleichen Teilen.
Hat der verstorbene Ehegatte keine Kinder, so erbt der überlebende Ehegatte 1/2 des Nachlasses. Die andere Hälfte erben die Eltern und Geschwister des verstorbenen Ehegatten.
 
Nach thailändischem Recht kann der deutsche Erblasser durch Testament von der gesetzlichen Erbfolge abweichen und andere Personen zu Erben einsetzen, wenn er in Thailand seinen Wohnsitz hat.
Dies bezieht sich auf unbewegliches und bewegliches Vermögen in Thailand.
 
Besonderheiten
 
Für den deutschen Erblasser ist entscheidend, wie lange er sich im Ausland aufgehalten hat, also, wie lange er seinen Wohnsitz in Thailand hatte. Wie oben bereits erläutert, wissen wir, das die deutsche Finanzbehörde auch im Ausland befindliches Vermögen besteuert, wenn der Erblasser entweder zum Zeitpunkt des Todes seinen letzten Wohnsitz in Deutschland hatte oder die deutsche Staatsangehörigkeit besaß und nicht länger als fünf Jahre dauernd im Ausland gelebt hatte.
Hintergehen kann man dies nur mit Wohnsitz in Thailand, wenn der Erblasser ein Testament errichtet, indem der Erblasser thailändisches Erbrecht dort bestimmt. 
 
Beispiel:
Der Erblasser wohnt bereits 4 Jahre in Thailand und hat Grundvermögen (ein Haus mit Grundstück), Bankkonten in Deutschland und zusätzlich noch Aktien in Vietnam.
In Thailand hat er ein Haus und Bankkonten, Pkw und Motorrad.  
 
Der Erblasser schreibt ein Testament und ordnet thailändisches Erbrecht an aufgrund seines Wohnsitzes in Thailand. Er setzt als alleinige Erbin seine thailändische Ehefrau ein.
Für das deutsche Vermögen schreibt er ebenfalls ein Testament und ordnet deutsches Erbrecht an. Er setzt auch hier seine Ehefrau als Alleinerbin ein. Gehen wir davon aus, dass er noch 2 leibliche Kinder in Deutschland hat.
 
So fallen die Vermögensteile in Vietnam (Aktien) und in Deutschland unter sein Vermögen, worauf Erbschaftssteuer für den Nachlass für die beschränkt Steuerpflichtige Ehefrau zu zahlen wäre.
Für das Vermögen in Thailand entfällt die Erbschaftssteuer.
Zusätzlich müsste die überlebende Ehegattin den enterbten Kindern noch den Pflichtteilsanspruch in bar auszahlen.
 
Nun aber aufgepasst!!
 
Jetzt gehen wir davon aus, dass der deutsche Erblasser schon länger als 5 Jahre in Thailand wohnt und dieselben Vermögensteile wie vorher hat und ebenfalls zwei Testamente aufgegeben hat mit thailändischem und deutschem Erbrecht.
 
Jetzt ist für das bewegliche Vermögen in Vietnam (Aktien) und die Bankkonten (Bankguthaben) in Deutschland thailändisches Recht anwendbar und für das Grundvermögen in Deutschland deutsches Recht.
 
Für die überlebende thailändische Ehegattin besteht nun eine beschränkte Erbschaftssteuerpflicht in Deutschland auf das Grundvermögen. Als Alleinerbin muss sie nun für das Grundvermögen die Pflichtanteile an die zwei Kinder bar auszahlen.
 
Diese Barauszahlung kann sie vom Wert des Grundvermögens abziehen. Würde nun der Wert des Grundvermögens mit Abzug der Pflichtteile höher liegen als der besondere Versorgungsfreibetrag plus Freibetrag für beschränkt Steuerpflichtige in Höhe von 2.000 Euro, so wäre Erbschaftssteuer in Deutschland zu zahlen.
 
Hat dagegen der Erblasser über 5 Jahre seinen Wohnsitz in Thailand und in Deutschland nur als bewegliches Vermögen zwei Bankkonten (Bankguthaben), so wäre für das Bankguthaben in Deutschland thailändisches Recht anwendbar.
Der deutsche Erblasser brauchte somit nur ein Testament schreiben und thailändisches Recht bestimmen/anordnen aufgrund seines Wohnsitzes in Thailand.
 
Da sonst kein Vermögen in Deutschland vorhanden ist, würden eventuelle erbberechtigte Kinder leer ausgehen, denn ein Pflichtteilsrecht gibt es nach thailändischem Recht nicht.
 
Möchte der Erblasser aber einem Kind oder einer anderen Person in Deutschland etwas zukommen lassen, so müsste er dieses in das thailändische Testament vermerken/aufnehmen.
 
Wie wir wissen, kann der Erblasser auch nach thailändischem Recht ein handgeschriebenes Testament verfassen. Es kann auch mit Computer geschrieben werden, nur dann muss der Erblasser in Gegenwart von zwei Zeugen unterschreiben und die Zeugen bestätigen dann dies durch Unterschrift auf dem Testament.
 
Das Testament könnte so lauten:
 
Testament!
Ich, Anton Knackwurst, geboren am …………., erkläre hiermit meinen letzten Willen:
Ich unterstelle mein Testament für das Vermögen in Thailand und Deutschland dem thailändischen Erbrecht aufgrund meines Wohnsitzes in Thailand.
Meine Ehegattin Anusara Gung, geboren am …………, zurzeit wohnhaft in ...(genaue Anschrift mit Postleitzahl etc.) setze ich zu meiner Alleinerbin für meinen Nachlass in Thailand und Deutschland ein. In Deutschland handelt es sich um ein Bankkonto bei der Raiffeisenbank, Konto-Nr. ……….., BLZ ……..in Köln und bei der SEB Bank, Konto-Nr. ………., BLZ in Osnabrück. Sie hat die alleinige Verfügungsgewalt bei beiden Konten und dem Bankguthaben.
Hinweis: Falls keine Vollmachten für die Konten bestehen, so fügen Sie hier noch den Text hinzu, der unter "Anmerkung" steht.
Unterschrift mit Vor- und Zunamen, Datum und Ortsangabe nicht vergessen
 
Anmerkung: Sollte die Ehegattin über keine Vollmacht für das Konto oder die Konten in Deutschland verfügen, so sollten Sie im Testament noch folgenden Text hinzufügen:

"Darüber hinaus erteile ich meiner Ehegattin eine Vollmacht (postmortale Vollmacht) nur für den Todesfall. Die Ehegattin wird bevollmächtigt, nach meinen Tod, der durch Vorlage einer amtlichen Sterbeurkunde nachzuweisen ist, über alle bei irgendeiner Stelle der Bank / Sparkasse vorhandenen Konten und Depots sowie über sonstige bei der Bank / Sparkasse aufbewahrten Sachen (Verwahrstücke) zu verfügen. Meine bevollmächtigte Ehegattin kann über das Guthaben zu ihren eigenen Gunsten verfügen." 

 
Zusammenfassung:
 
Die Rechtsnachfolge für unbewegliches Vermögen, wie Grundstücke oder Kondominium in Thailand würde sich nach thailändischem Recht richten, dass steuerliche Inlandsvermögen gemäß § 126 BewG (dazu gehören auch Grundvermögen in Deutschland) nach deutschem Recht.
Die Rechtsnachfolge hinsichtlich beweglichen Vermögens richtet sich nach thailändischem Recht nach dem Recht des Ortes, an dem der Verstorbene zur Zeit seines Todes seinen Wohnsitz hatte.
Dazu zählt auch das bewegliche Vermögen in Deutschland und weltweit, wenn der Verstorbene länger als fünf Jahre seinen Wohnsitz in Thailand innehatte.

Manfred unter Tango

 



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