eisstockgruppe


Willkommen

Nachrichtenspiegel

Reisebericht Lampang

Termine der Treffs

Wegbeschreibung

Steuern und Finanzen

Testamente u. Verfügungen

Erbschaftssache Allgemein

Testamentseröffnung

Kein Testament

Erbfolge in Thailand

Bankkonto Erbabwicklung

Erbschaftssteuer

Nachlass-Vollmacht

Sterbevorsorge rundum

Vorsorgevollmachten

Mustervollmachten

Wohnrecht in Thailand

Eheschliessen in Thailan

Scheidungsverfahren

Witwengeld besch Stpflich

Keine Witwenrente

Lebensbescheinigung

Legalisation

Visa Ruhestand

Impressum

Kontakt

 


 

Erbsache

Die Gestaltung des Testaments und Muster der Verfügungen, bezogen auf Thailand

 

Allgemeines

 

Mit einem Testament hat jeder Erblasser große Gestaltungschancen. Deshalb ist dieser Teil vielleicht das wichtigste. Im Testament kann jeder vielfältig in die Zeit nach dem Tode hineinwirken, er kann loben, bestrafen, gute Taten prämieren, sein Lebenswerk absichern oder auch zerstören. Freilich gibt es auch Grenzen dieser Testierfreiheit, wie man die Möglichkeit nennt, ein Testament zu verfassen. Der Erblasser hat freie Hand, solange er nicht gegen ein gesetzliches Verbot verstößt oder gegen die guten Sitten.

 

Das Testament wird „Verfügung von Todes wegengenannt. Zu diesen Verfügungen von Todes wegen zählen auch das Gemeinschaftliche Testament und der Erbvertrag, wobei der Erbvertrag notariell beglaubigt werden muss. Das eigenhändige Testament und das Gemeinschaftliche Testament können sie kostenlos selbst verfassen.

 

Das Bürgerliche Gesetzbuch gibt nur einen Rahmen vor, innerhalb dessen wir Bürger unser Leben gestalten können. Hier sagt das Gesetz, welche Anforderungen ein Testament erfüllen muss, damit es gültig ist. Wer will, dass eine andere Erbfolge eintritt, als das Gesetz es vorschreibt, kann ja eingreifen und selbst einen Stift zur Hand nehmen und sein Vermögen nach den eigenen Vorstellungen verteilen und benutzt damit sein Recht der Testierfreiheit.

 

Was ist Testierfreiheit?

Die Testierfreiheit gibt dem Erblasser das Recht, nach freiem Belieben durch eine Verfügung von Todes wegen von der gesetzlichen Erbfolge abzuweichen. Die Testierfreiheit ermöglicht es dem Erblasser, sein Vermögen nach einem ihm gerecht erscheinenden Maßstab zu verteilen und die Erbfolge so seinen besonderen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen und Wünschen anzupassen.

 Ein paar Begriffsbestimmungen über Erben und Vererben

Der Erblasser

Die Rechtstellung des Verstorbenen übernehmen in der Stunde des Todes die Erben. Der Verstorbene wird mit dem unschönen Wort „Erblasser“ bezeichnet, weil er ein Erbe hinterlassen hat. Der Erblasser hat zu Lebzeiten die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, wer sein Erbe ist. Das ist sein höchstpersönliches Recht. Er kann sehr weitgehend selbst gestalten, was aus seinem Vermögen einmal werden soll. Die Grenzen seiner Gestaltungsmöglichkeiten liegen allenfalls im Sittenwidrigen. Sonst kann er bestimmen, was er will. Wenn das dem Erben nicht behagt, muss er das Erbe ausschlagen.

Der Erbfall

Der Tod eines Menschen ist der Erbfall. Es ist der Augenblick, indem das Vermögen des Verstorbenen, des Erblassers, auf den oder die Erben übergeht. Der genaue Zeitpunkt des Todes eines Menschen ist deshalb in Sonderfällen wichtig, weil nur Lebende erben können. Stellen Sie sich zum Beispiel einen Verkehrsunfall vor, bei dem eine ganze Familie umkommt, die Eltern und die beiden Kinder. Stirbt der Vater als Erster, dann sind die Ehefrau und die Kinder Erben des Vaters. Dann kommt es darauf an, in welcher Reihenfolge die drei anderen Personen starben. Je nachdem verteilt sich das Vermögen anders, vor allem dann, wenn Testamente gefunden werden. Wir gehen später etwas näher darauf ein, warum der Zeitpunkt des Todes wichtig ist.

 

Der Erbe

Erbe sein kann jede natürliche Person, also alle Menschen aus Fleisch und Blut, aber auch juristische Personen, etwa eine GmbH, eine Aktiengesellschaft, ein Tierschutzverein etc. Es gibt Erben, deren Stellung sich aus dem Gesetz ergibt. Das sind die gesetzlichen Erben. Jeder Erblasser kann sich über das Gesetz hinwegsetzen und selbst Erben benennen, die mit denen identisch sein können, die sich aus dem Gesetz ergeben, oder auch nicht. Was oft übersehen wird: Tiere können nicht erben. Wer seinen Hund zum Alleinerben bestimmt, muss damit rechnen, dass die gesetzlichen Erben in die Erbfolge berufen werden mit der Auflage, den Hund zu versorgen.

Der Nachlass

Der Nachlass, auch Erbschaft genannt, ist das gesamte (vererbbare) Vermögen eines Verstorbenen. Es fällt nach dem Tod unverändert an den Erben. Es gehören zur Erbschaft konkrete Vermögensgegenstände wie Geld, Möbel, Schmuck, Kunstwerke, das Auto, das Haus, die Hypothek darauf, die Aktien, das Sparbuch.

 

Der Pflichtteil

Das Pflichtteilsrecht hat etwas mit Enterbung zu tun. Eine wirkliche Enterbung in dem Sinne, dass ein nach dem Gesetz erbberechtigter naher Verwandter überhaupt nichts erhält, gibt es so gut wie nicht. Wenn jemand aus diesem Kreis enterbt wird, dann bedeutet das, er ist auf den Pflichtteil gesetzt. Also: Nahe Verwandte – Kinder, Eltern, der Ehegatte – sollen nach dem Willen des Gesetzes nicht völlig leer ausgehen. Die Regel ist: Grundsätzlich pflichtteilsberechtigt sind die Kinder des Erblassers und deren Kinder (also Enkel), seine Eltern und der Ehegatte.

Pflichtteil und Vermächtnis

Wurde einem Pflichtteilsberechtigten ein Vermächtnis zugesprochen, dann hat er die Wahl, ob er das Vermächtnis ausschlägt und den Pflichtteilsanspruch geltend macht. Dies kann er auch tun, wenn das Vermächtnis geringer ist als der Pflichtteilsanspruch. In diesem Fall steht ihm bis zur Höhe des Pflichtteils ein Pflichtteilrestanspruch zu.

Pflichtteilverzicht / Pflichtteilsanspruch

Wie wir wissen, kann beim Erbrecht auf das gesetzliche Erbrecht insgesamt verzichtet werden.

Beim Pflichtteilverzicht wird hingegen nur auf den Pflichtteil verzichtet, so dass der Verzichtende gleichwohl Erbe werden kann. Der Pflichtteilverzicht bedarf der notariellen Beurkundung.

Man spricht von einem Pflichtteilverzicht, wenn der Verzicht vor dem Erbfall erklärt wird. Dieser muss gegenüber dem Erblasser erklärt werden. Ist bereits der Erbfall schon eingetreten und damit der Pflichtteilsanspruch entstanden, kann nur noch auf den Pflichtteilsanspruch verzichtet werden. Diese Erklärung muss gegenüber den Erben erklärt werden.

Der Verzicht auf den Pflichtteil nach Eintritt des Erbfalls bedarf nicht der notariellen Form und kann sogar mündlich erklärt werden. Besser ist es aber, wenn der Verzicht schriftlich erfolgt.

Außerdem kann bestimmt werden, dass einzelne Vermögensgegenstände bei der Berechn-ung des Pflichtteils nicht berücksichtigt werden.

Erbverzicht

Jeder kann auf das ihm zugedachte Erbe verzichten.

Unter dem Erbverzicht ist ein vom Erblasser zu Lebzeiten mit seinem Ehegatten oder einem Verwandten abgeschlossener erbrechtlicher Vertrag zu verstehen, in dem der Vertragspartner auf den Anfall seines künftigen gesetzlichen Erbrechts verzichtet.

Im Erbverzichtsvertrag kann auch nur auf den Pflichtteilsanspruch verzichtet werden. Der Verzicht kann sich auch nur auf das Pflichtteilsrecht beschränkt werden. In diesem Fall lässt der Verzicht den Pflichtteilsanspruch nicht entstehen.

Eine Erbverzichtserklärung kann anlässlich der notariellen Verlassenschaftsabhandlung oder aber auch schon zu Lebzeiten des Erblassers von der erbberechtigten Person abgegeben werden. Die Vertragsformulierung übernimmt ein Notar oder Anwalt. Dieser Vertrag bewirkt unmittelbar den Verlust des Erbrechts. In der Praxis ist der Erbverzicht ein wichtiges Gestaltungsmittel bei der sog. vorweggenommenen Erbfolge. So besteht häufig das Bedürfnis, eine Person aus dem Kreis der gesetzlichen Erben auszuschließen, weil der Betreffende schon zu Lebzeiten "ausgezahlt" worden ist.

 

Mit dem Verzicht ist der Verzichtende von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen, wie wenn er zum Zeitpunkt des Erbfalls nicht mehr lebte. Damit erhöht sich der Erbteil der Miterben. Der Erbverzicht ist keine Schenkung und damit auch grundsätzlich nicht schenkungsteuerpflichtig (Schenkungssteuer).

Güterstand (Deutschland)

Gütertrennung

Wie immer gibt es Besonderheiten bei Ehepaaren. Unproblematisch ist die Rechnung, wenn Gütertrennung vorliegt oder Gütergemeinschaft. Für die Gütertrennung bestimmt das Gesetz, dass die Kinder und der Ehegatte zu gleichen Teilen erben, aber der Ehegatte nicht weniger als 1/4 des Nachlasses, bei zwei Kindern also zum Beispiel erhält jeder 1/3 des Erbes. Bei Enterbung würde er trotzdem sein Pflichtteil bekommen, nämlich die Hälfte eines Drittels = 1/6. Bei 4 Kindern erbt der Ehegatte ¼ = 4/16 und je Kind 3/16.

 

Lebten die Ehegatten aber in Zugewinngemeinschaft, dann erhöht sich der Erbteil des Überlebenden um 1/4.

Wenn es Kinder oder Enkel gibt, erbt der Ehegatte 1/4 + 1/4 = 1/2; als Pflichtteil würde dann bleiben 1/4.

Wenn es noch Eltern des Erblassers gibt, erbt der Ehegatte 1/2 + 1/4 = 3/4; als Pflichtteil bleiben also 3/8. Dies nennt man den großen Pflichtteil, der dem Ehegatten zusteht, wenn er gesetzlicher Erbe wird.

Ist der Überlebende einer Zugewinngemeinschaft jedoch weder Erbe noch Vermächtnisnehmer, weil es testamentarisch so festgelegt wurde, dann bekommt er nur den kleinen Pflichtteil, nämlich neben dem Zugewinnausgleich den Pflichtteil, der nach dem nicht erhöhten Anteil berechnet wird (das bedeutet insgesamt also 2/16) = 1/8.

Zugewinngemeinschaft

Anhand dieser Beispiele können Sie schon erkennen, dass es doch wichtig sein kann, welchen Güterstand man wählt. Vielleicht ist ihnen gar nicht bekannt, in welchem Güterstand Sie sich befinden.

Wer heute verheiratet ist und nach dem 1. Juli 1958 geheiratet hat und in einem Ehevertrag nichts anderes vereinbart hat und auch nicht infolge einer einseitigen Erklärung aus dem Jahre 1958 in Gütertrennung lebt, für den gilt der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

Die Ausgestaltung der Zugewinngemeinschaft beruht auf der Erwägung, dass beide Ehegatten an dem, was während der Ehe erwirtschaftet und erspart worden ist, gleichermaßen beteiligt werden sollen.

Es gibt aber bei der Zugewinngemeinschaft kein gemeinschaftliches Vermögen beider Ehegatten. Das Gesetz betrachtet das Vermögen des Mannes und das Vermögen der Frau als selbstständiges, voneinander unabhängiges Vermögen; jeder behält, was er vor der Ehe hatte. Daher die Bestimmung, dass bei Eintreten des Erbfalls der Überlebende von den unabhängigen Vermögen des Erblassers ein Viertel erbt.

Schließen Eheleute in einem Ehevertrag die Zugewinngemeinschaft aus, oder vereinbaren sie ausdrücklich Gütertrennung, so leben sie im Güterstand der Gütertrennung. Einen Ausgleich des Zugewinns gibt es in diesem Fall nicht. Bei der Gütertrennung behält jeder sein eigenes Vermögen und alles, was er während der Ehe erwirbt und erspart. Die Gütertrennung muss notariell in einem Vertrag abgeschlossen werden.

 

Hier wird vermögensrechtlich das Ehepaar behandelt wie nicht verheiratet. Stirbt ein Partner, erbt der andere mit den Kindern zu gleichen Teilen: Gibt es ein Kind, dann zu 1/2, gibt es zwei Kinder dann zu 1/3, bei 3 Kindern bekommt jeder 1/4, bei 4 Kinder und mehr bekommt der überlebende Ehegatte 1/4 und den Rest müssen sich die Kinder teilen. Es ist übrigens unerheblich, ob die Kinder aus der Ehe stammen oder nicht – es müssen eben Kinder des Erblassers sein.

Pauschalierter Zugewinnausgleich

Bei Tod eines Partners, wenn die verheirateten Eheleute in einer „Zugewinngemeinschaft“ leben und kein Testament vorliegt, gilt die gesetzliche Erbfolge.

Endet die Ehe oder Lebenspartnerschaft durch Tod, wird der Zugewinnausgleich durch Erhöhung des gesetzlichen Erbteils des Partners durchgeführt (so genannter pauschalierter Zugewinnausgleich nach § 1931 III BGB).

Der pauschale Zugewinnausgleich beim Tod des Ehegatten bzw. Lebenspartners bezieht sich auf ¼ des Nachlasses. Dies bedeutet:

Bei Verwandten erster Ordnung erhält der überlebende Ehepartner 1/4 + 1/4, also 1/2 der Erbschaft.

Bei Verwandten zweiter Ordnung erhält der überlebende Ehepartner 1/2 + 1/4, also 3/4 der Erbschaft.

Bei Verwandten dritter Ordnung erhält der überlebende Ehepartner 3/4 der Erbschaft.

Da es sich um einen familienrechtlichen, keinen erbrechtlichen Anspruch handelt, kann er durch Testament nicht entzogen werden, wird aber im Falle der Enterbung nicht pauschal, sondern wie bei einer Scheidung berechnet.

Aber aufgepasst! Der pauschalierte Zugewinnausgleich von 1/4 des Nachlasses bei Anwendung des deutschen Erbrechts entfällt, wenn die thailändische überlebende Ehegattin und der Erblasser in Thailand geheiratet haben.

Ist zum Zeitpunkt des Todesfalles eine Ehescheidungsklage bzw. Antrag auf Aufhebung der Lebenspartnerschaft rechtshängig (also dem Beklagten zugestellt) und wäre die Klage berechtigt gewesen, hätte also zur Scheidung bzw. Aufhebung geführt, erlischt der Ausgleichsanspruch.

Güterrechtliche Lösung

 

Der überlebende Ehegatte bzw. Lebenspartner kann jedoch auch die Erbschaft ausschlagen und erhält dann nach § 1371 BGB sowohl den konkret berechneten Zugewinnausgleich und den so genannten kleinen Pflichtteil (also den nicht nach § 1371 Abs. 1 BGB erhöhten Pflichtteil), der dann ein Achtel, statt ein Viertel beträgt, sofern Kinder vorhanden sind.

Gütergemeinschaft

Das andere Extrem ist die Gütergemeinschaft. Auch dieser Güterstand muss notariell beglaubigt werden. Die Kosten für den Notar kann man selbst bestimmen, indem eben bei Vertragsabschluss das Gesamtvermögen niedrig gehalten werden kann. Die Gütergemeinschaft ist gleichfalls gesetzlich geregelt, wenngleich nicht als automatischer Güterstand wie die Zugewinngemeinschaft. Bei dieser Variante werden die beiden Vermögensmassen der Ehepartner in einen Topf zusammengeworfen zu einem Gesamtvermögen.

 

Auch dieser Güterstand hat wieder Auswirkungen im Erbfall.

 

Tritt dieser ein, dann wird die Gütergemeinschaft aufgelöst, und der Anteil des Verstorbenen fällt in den Nachlass. Von diesem Nachlass erhält der überlebende Ehegatte wenigstens 1/4, wenn Kinder vorhanden sind.

Welches Erbrecht muss wo angewandt werden?

Hier hat sich etwas geändert!

Änderungen im Erbrecht

Ich erinnere daran, dass ab dem 17.August 2015 die Europäische Erbrechtsverordnung anzuwenden ist.

Anzuwenden ist die neue EU-Verordnung, wenn der Erblasser am 17.August 2015 oder danach verstirbt.

 

Für Erbfälle ab dem 17.August 2015 unterliegt die gesamte „Rechtsnachfolge von Todes wegen“, dem Recht des Staates, dem der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes angehörte.

Hatte ein Deutscher zum Zeitpunkt seines Todes seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Thailand, gilt für Erbfälle ab dem 17.August nun thailändisches Erbrecht.

 

Möchte der Erblasser weiterhin aufgrund seiner Staatsangehörigkeit deutsches Erbrecht anwenden, so muss diese Rechtswahl ausdrücklich in einer Erklärung in Form einer Verfügung von Todes wegen (Testament) erfolgen.

 

Wenn also der Erblasser eine vor dem 17.August 2015 getroffene Rechtswahl bereits durch Testament getroffen hat, bleibt diese auch nach dem 17.August wirksam.

 

Aber ganz so einfach ist es nun auch wieder nicht.

 

Ist ein deutscher Staatsangehöriger z. B. Eigentümer eines Grundstücks im Ausland (dazu

zählt auch ein Kondominium in Thailand), dann sind Besonderheiten zu beachten. Dieses Grundvermögen (auch Kondominium) ist generell dem thailändischen Recht unterstellt.

Unser Recht knüpft nun nach dem gewöhnlichen Aufenthalt an, andere an den letzten Wohnort, wieder andere an den Ort der Immobilie, oder es wird unter beweglichem und unbeweglichem Vermögen unterschieden.

Zusammenfassung

 

Die Rechtsnachfolge für unbewegliches Vermögen, wie Grundstücke oder Kondominium in Thailand würde sich nach thailändischem Recht richten, diejenige für Grundstücke in Deutschland nach deutschem Recht.

 

Auch ein deutscher Erbschein würde daran nichts ändern.

 

Die Rechtsnachfolge hinsichtlich beweglichen Vermögens richtet sich nun aufgrund des gewöhnlichen Aufenthaltes nach thailändischem Recht nach dem Recht des Ortes, an dem der Verstorbene zur Zeit seines Todes seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte.

Anmerkung: Hier sollte der Erblasser unbedingt seinen Nachlass (Vermögen) in Thailand nach thailändischem Erbrecht bestimmen und für das in Deutschland vorhandene Vermögen dann deutsches Erbrecht bestimmen.

Achtung!

 

Wenn Sie als Deutscher mit einer Thai verheiratet sind und beide den gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben, gilt deutsches Erbrecht für das Vermögen in Deutschland. Für das Vermögen in Thailand kann die Ehegattin dann durch z.B. durch Testament thailändisches Erbrecht bestimmen.

Haben beide den Wohnsitz in Thailand, kann der Deutsche durch "Testament" thailändisches Erbrecht für das Vermögen in Thailand und in Deutschland aufgrund seines gewöhnlichen Aufenthaltes bestimmen, sofern es sich nicht um Inlandsvermögen gemäß § 121 BewG in der BRD handelt. Für das deutsche Vermögen kann er dann deutsches Erbrecht bestimmen.

Bedeutung

 

Bei unbeweglichem Nachlass in Thailand findet das thailändische Erbrecht Anwendung.

 

Der Erblasser sollte bei der Gestaltung des Testaments für Thailand berücksichtigen, dass es dort kein Pflichtteil gibt. Erbberechtigte, die nicht im Testament erwähnt werden, gehen grundsätzlich leer aus. Dieses Testament kann eigenhändig erstellt werden, es muss aber von 2 Zeugen unterschrieben werden.

 

Noch etwas zur Erbschaftssteuer

Die Erbschaftssteuer umfasst den gesamten Nachlass des Erblassers im Inland und im Ausland, wobei entweder der Erblasser oder der Erwerber (also der Erbe oder der Vermächtnisnehmer) beim Erbfall ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Inland gehabt haben muss.

Auf die Staatsangehörigkeit kommt es nicht an; wohnt aber einer der beiden in Deutschland, ist Erbschaftssteuerpflicht gegeben.

In unserem Fall ist also keine Erbschaftssteuer in Deutschland zu entrichten.

Gesetzliche Erbfolge

Die Ordnungen werden folgendermaßen eingeteilt:

 

 

Nun zu den Ehepaaren, wer erbt wie viel?

In den bisherigen Beispielen war der Erblasser nicht verheiratet. Ehegatten erben aufgrund des gesetzlichen Erbrechts (also wenn kein Testament vorliegt) auch, obwohl sie nicht blutsverwandt sind, sondern weil sich hier der besondere Schutz der Ehe auswirkt, den unsere Rechtsordnung ihr angedeihen lässt.

Der Ehegatte, der mit dem Erblasser nicht verwandt ist, hat ein eigenes definiertes Erbrecht neben den Verwandten, neben den Erben der 1. Ordnung.

Wie und zu welcher Quote der Ehegatte erbt, hängt zunächst einmal davon ab, ob es Verwandte des Verstorbenen gibt und in welcher Ordnung sie zu ihm stehen.

Der zweite Punkt ist die Frage, in welcher Art von Güterstand die Eheleute am Ende miteinander gelebt haben.

Der Voraus des Ehegatten

 

Ein erster wichtiger Unterschied in der Behandlung im Erbfall gilt für den Überlebenden Ehegatten gegenüber der erbenden Blutsverwandten deshalb, weil ihm der so genannte Voraus zusteht, der sicherstellen soll, dass der Witwer oder die Witwe das bisherige Leben in gewohnter Umgebung, soweit das denkbar ist, weiterführen kann. Der „Voraus“ steht dem Überlebenden zu, unabhängig vom Güterstand.

 

Den „Voraus“ erhält der Witwer oder die Witwe immer, sofern es nicht eine testamentarische Enterbung gegeben hat oder das Erbe ausgeschlagen wurde. Das heißt, dass es bei einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft (was heutzutage sehr häufig vorkommt) keinen Voraus geben kann, auch dann nicht, wenn es zwar eine Ehe gegeben hat, diese aber geschieden worden ist.

 

Zunächst wird erläutert, wie das Ehegattenerbrecht nach unserer Rechtsordnung angelegt ist – ohne die Auswirkungen des Güterstandes. Danach heißt die Regel:

 

Neben dem/den Erben der 1. Ordnung erbt der überlebende Ehegatte zu ¼ (in der Schweiz die Hälfte der Erbschaft).

Beispiel: Ehemann Karl Meier hinterlässt seine Ehefrau Elfriede Meier und drei Kinder, nämlich Hans, Konrad und Sieglinde. Ehefrau Elfriede erhält als Ehegattin neben dem Erben der ersten Ordnung ¼. Es verbleiben ¾. Die Kinder erben zu gleichen Teilen, also je zu 3/12.

Gibt es keine Erben der 1. Ordnung, dann erhält der Witwer oder die Witwe ½ (in der Schweiz ¾) des Erbes.

Beispiel: Karl hinterlässt seine Witwe Frieda.. Sie haben keine Kinder. Die Eltern von Karl Leben nicht mehr, wohl aber sein Bruder Bernd. Nun erhält die Witwe Frieda ½ des Erbes und der Bruder ebenfalls.

Die Regel dazu lautet: Neben Verwandten der 2. Ordnung erbt der Ehegatte die Hälfte.

Die nächste Regel lautet: Neben Verwandten der 3. Ordnung erbt der Witwer oder die Witwe (in der Schweiz dann alles) – in Deutschland je nach dem.

Nämlich

 

Trifft er mit den Großeltern des Verstorbenen allein zusammen, erhält der Ehegatte die Hälfte

Trifft er nur noch mit Abkömmlingen der Großeltern zusammen, erbt der Ehegatte den gesamten Nachlass.

Das Vorausvermächtnis

Bei einem Vorausvermächtnis will der Erblasser dem Erben einen Vermögensposten oder einen Mehrwert zukommen lassen ohne dass der Erbe einen Ausgleich an die anderen Miterben zu zahlen hat. Ein dem Erben zugewendetes Vermächtnis stellt den begünstigten Erben damit deutlich besser als eine Teilungsanordnung.

Beispiel 1

Für Ausländer, die in Thailand Vermögen haben, gut geeignet.

Testament!

 

 

 

Auch hier wird wieder eine Erbengemeinschaft für den Nachlass in Deutschland gegründet. Tanja und Paul können aber von der Erbengemeinschaft verlangen, die Aktien und das Festgeld herauszugeben. Der Unterschied zwischen Teilungsanordnung und Vorausvermächtnis; in beiden Fällen sind die Bedachten Erben. Bei der Teilungsanordnung muss der Wertausgleich erfolgen, beim Vorausvermächtnis nicht. Hier erhält der Erbe also mehr als seine Quote ausmacht. Was Sie wollen, sollen Sie im Testament klar zum Ausdruck bringen.

Beispiel 2

Sind sie der Meinung, dass die Thai-Ehefrau schon mit dem, was in Thailand angeschafft wurde und ausschließlich durch den Farang bezahlt wurde, genug bekommt, so sollte man auch an die eigenen Kinder in Deutschland denken. Zu beachten wäre aber da der Wohnsitz des Erblassers. Bei einem Wohnsitz in Thailand müsste dann das thailändische Erbrecht für den Nachlass in Thailand bestimmt werden.

Testament!

 

 

Anmerkung
Durch diese Anordnung wird die Ehegattin automatisch auf den Pflichtteil gesetzt für das Vermögen in Deutschland.

Beispiel 3: Einzeltestament mit Vorausvermächtnis

 

Folgende Situation: Der Ehemann ist mit einer Thai verheiratet. Er hat aus vorhergehender und dieser Ehe keine Kinder und auch keine unehelichen Kinder. Aufgrund seines Alters hat er nur noch einen lebenden Bruder, der 2 Kinder hat. Er hat keinen Ehevertrag und lebt somit in Zugewinngemeinschaft bezüglich des Vermögens in Deutschland. Der Wohnsitz ist Deutschland.

 

Hierbei sieht die gesetzliche Erbschaft in Deutschland wie folgt aus: Die Thai-Ehefrau bekommt 3/4 vom Nachlass und der Bruder 1/4. Möchte nun aber der Ehemann als Erblasser, den Nachlass etwas anders aufteilen, so ist er gezwungen, ein Testament zu schreiben. Dieses könnte dann so aussehen:

Testament!

 

 

 

 

Dieses Beispiel soll aufzeigen, dass Sie zu Lebzeiten genau den Personenkreis bedenken können, den Sie mögen. Sie sollten aber immer daran denken, wenn Sie jemanden zum Alleinerben machen, dass die anderen Erben damit automatisch enterbt werden und nur den Pflichtteil bekommen.

In diesem Fall ist es so, dass der Nachlass in Deutschland an die Kinder des Bruders geht. Somit sind der erbberechtigte Bruder und die Ehefrau des Erblassers auf den Pflichtteil gesetzt. Statt 3/4 des Nachlasses aus Deutschland würde die Ehefrau nur die Hälfte von 3/4 = 3/8 und der Bruder 1/8 und sein ausgleichsfreies Vorausvermächtnis (Aktiendepot) bekommen.

 

Hier gibt es eine Anzahl von Variationsmöglichkeiten.

 

Sind Sie der Meinung, dass die Ehefrau zu viel bekommt, so können Sie die beiden Kinder des Bruders auch mit einem Vermächtnis bedenken. Ein Vermächtnis verringert natürlich den Nachlass, weil die Kinder vom Bruder nicht erbberechtigt sind, solange der Bruder noch lebt.

Dem Bruder dürfte es aber nichts ausmachen, wenn fast alles vom Nachlass mit einem Vermächtnis an die Kinder geht.

Das Vermächtnis

Wer ein Vermächtnis erhält, ist dadurch nicht Erbe, sondern eben Vermächtnisnehmer. Er hat einen Anspruch an die Erbengemeinschaft oder an den Erben auf Herausgabe dessen, was ihm vermacht wurde, ist aber kein Miterbe. So kann einer dritten Person (oder einer Institution) etwas Gutes getan werden, ohne dass sie in die Erbengemeinschaft aufgenommen wird. Auf diese Art kann man die Zahl der Mitglieder beschränken.

 

Beispiel 1: Meine Erben sollen sein meine Kinder Tanja und Paul je zur Hälfte. Mein Festgeldkonto über 20.000 Euro geht als Vermächtnis an die Putzfrau Mae Dung, wohnhaft in Phuket, Gartenstr. 5, als Vermächtnis. So bleiben die Kinder in der Erbengemeinschaft allein, und kein anderer kann mitreden.

 

Beispiel 2: Herr Sänger ist mit einer Thai verheiratet, beide wohnen in Deutschland und haben einen Ehevertrag mit dem Güterstand der Gütergemeinschaft abgeschlossen.

 

Testament:

 

 

 

Anmerkung: Mit dieser Festlegung will Herr Sänger den beiden Kindern in Deutschland klarmachen, dass sie vom Vermögen in Thailand nichts bekommen sollen.

Beispiel 3: Das Vermächtnis

 

Wenn hier ein Erbe ein Vermächtnis bekommt, wird das Vermächtnis zum Erbanteil gezählt. Die Putzfrau erhält das Festgeldkonto als Vermächtnis und gehört nicht zu der Erbengemeinschaft. Auch dieses Testament ist gültig, trotz humorvoller Einlagen.

 

Testament

 

 

 

 

 

Was ist eine Teilungsanordnung, was ein Vorausvermächtnis?

Der Erblasser kann in seinem Testament sowohl durch eine sogenannte Teilungsanordnung als auch durch ein Vorausvermächtnis auf die Art und Weise, wie sein Vermögen unter mehreren Miterben aufgeteilt wird, Einfluss nehmen. In der Praxis erweist es sich oftmals als unpraktisch und zu starr, wenn mehrere testamentarische Erben lediglich zu einer gewissen Quote am Nachlass beteiligt sind. Sobald in den Nachlass unteilbare Sachen, wie zum Beispiel Grundstücke oder Unternehmen fallen, ist eine Teilung des Nachlasses in Natur ausgeschlossen. Streitigkeiten unter den Erben über Beteiligung am und Verwertung des Nachlasses sind in diesen Fällen programmiert.

Dieser Problematik kann der Erblasser vorbeugen, indem er schon im Testament mittels einer Teilungsanordnung oder eines Vorausvermächtnisses bestimmt, welcher Erbe welchen Vermögensgegenstand bekommen soll.

 

Dabei unterscheiden sich Teilungsanordnung und Vorausvermächtnis in einem entscheidenden Punkt.

 

Eine Teilungsanordnung liegt immer dann vor, wenn der Erblasser einem einzelnen Erben einen Vermögensgegenstand zugewendet hat, der wertmäßig höher liegt als sein eigentlicher Erbteil und der Erblasser wünscht, dass dieser Mehrwert unter den Miterben zum Ausgleich zu bringen ist.

 

Der Bedachte hat im Falle einer Teilungsanordnung also einen Wertausgleich aus seinem eigenen Vermögen in der Höhe zu zahlen, in der der Wert des ihm zugewandten Gegenstandes den Wert seines Erbteils übersteigt.

 

Beispiel

 

Testament

 

 

 

Anders bei einem sogenannten ausgleichsfreien Vorausvermächtnis, wie bereits weiter oben beschrieben.

Will der Erblasser in seinem Testament einen bestimmten Nachlassgegenstand nur einem Erben zuwenden, sollte er immer klarstellen, ob er dies mittels einer im Zweifel ausgleichspflichtigen Teilungsanordnung oder mit Hilfe einem ausgleichsfreien Vorausvermächtnis machen will. Im Zweifelsfall ist hier durch Auslegung des Testamentes zu ermitteln, was der Erblasser tatsächlich gewollt hat.

Das Nießbrauchsvermächtnis

Die Einräumung eines Nießbrauchsrechts ist ein sehr gutes Mittel, um insbesondere dem Ehegatten eine gesicherte Position zu verschaffen. Beispielsweise könnte der Erblasser Gustav seiner thailändischen Ehefrau Mae ein lebenslanges Wohnrecht in seinem Haus in Deutschland zusprechen. Wenn Teile vermietet sind, könnte die Frau auch die Mieteinnahmen erhalten:

Beispiel 1:

 

Testament!

 

 

 

Vorteilhaft ist diese Lösung zum einen, weil die Immobilie aus der Erbengemeinschaft herausgehalten wird (Mae ist bezüglich der Immobilie keine Erbin!), was Ärger erspart. Steuerlich vorteilhaft ist, dass das Eigentum an dem Haus nicht zweimal vererbt wird, erst an die Mutter, dann an die Kinder. Es fällt sofort an die Kinder. Ohne diese Regelung könnte die Mutter als Erbe des Hauses dieses später an andere weitergeben. Das geht nun nicht. Trotzdem hat die Mutter mit dem Nießbrauch einen bedeutenden Wert erhalten. Die Kinder können sie nicht aus dem Haus drängen, auch nicht durch Verkauf.

Beispiel 2:

 

Testament!

 

 

 

 

 

Nießbrauchsrecht nun auf Thailand bezogen:

Gemeinsames Vermögen: Auto, Motorrad und Hausrat.

Persönliches Vermögen der Verstorbenen: Grundstück und Haus, was natürlich vom Farang bezahlt wurde.

Hier kann die Ehegattin nun im Testament ihren Nachlass mit Nießbrauchrecht / Nutzungsrecht vererben.

Erste Möglichkeit durch ein Testament wie folgt:

 

Testament!

 

 

 

Auswirkungen: Der überlebende Ehegatte kann von den Kindern nicht aus dem Haus geworfen werden. Die Verstorbene zeigt durch dieses Testament Charakter und bedankt sich ihrerseits für die gute gemeinsam verbrachte sorgenlose Zeit.

Eine andere Möglichkeit (da lassen wir beide noch am Leben und beide sind miteinander verheiratet):

Die Frau kauft ein Grundstück, lässt Nießbrauchrecht (auf Lebzeiten oder entsprechende Jahre, entweder mit oder ohne Klausel bei Wiederheirat) im Grundbuchamt für den Ehegatten in das Chanod eintragen/registrieren.

Erst nach dieser Registrierung im Grundbuchamt muss dann der Ehegatte die Baubewilligung beantragen (nur so kann er Hauseigentümer werden).

Es wäre aber ein Irrtum jetzt anzunehmen, dass der Ehegatte als Hauseigentümer Narrenfreiheit hat und seine Ehegattin nach Belieben rauswerfen kann. Auch in Thailand gibt es ein Familienrecht, was beachtet werden muss.

Bei Scheidung gehört dieses Haus zum gemeinsamen Vermögen, durch sein Nießbrauchrecht kann er im Haus wohl weiterhin wohnen, muss aber die Hälfte des gemeinsamen Vermögens seiner Ehegattin überlassen.

Manfred unter Tango

 

 

 

 



Verantwortlich für den Inhalt ist der Autor der Homepage. Kontakt

Kostenlose Homepage von rePage.de


Anzeige:    Freunde finden leicht gemacht


eisstockgruppe