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Das einzige Möbelstück, das dem uralten Hundeverlangen nach passender Schlafgelegenheit in vollem Umfang entspricht, ist das Bett. Für den Hund ist das Bett eine verblüffende Erfindung, vielleicht die vollkommenste, sicherlich die nützlichste, die der Mensch je ersann.
Die Bettoberfläche gestattet es dem Hund, sich nach jeder gewünschten Richtung hin auszustrecken. Er kann seine Position leicht verändern; am Tage sucht er sich den sonnigsten Platz aus. Sinkt die Temperatur unter den erforderlichen Wärmegrad, so ist es möglich die Bettspreite auf den Boden zu werfen und unter die Decken zu kriechen. Die Laken sind sauber und darin angenehm verschieden vom Teppich, auf dem die Menschen gedankenloserweise Tag um Tag mit Schuhen, oder, noch schlimmer, am Abend ohne Schuhe herumlaufen. Gewöhnlich gibt es auf dem Bett Kissen, die leicht genug sind, nach Belieben verschleppt zu werden.
Als Möbelstück hat das Bett in den Augen des Hundes nur einen einzigen Nachteil: auch der Mensch meint, er müsse darin schlafen. Oft muß der Hund erleben, daß sein Mittagsschläfchen gegen elf Uhr nachts rauh unterbrochen wird durch seinen Herrn, der im Pyjama auftaucht und nachdrücklichst seinen Platzanteil verlangt. Der anschließende Kampf dauert manchmal bis tief in die Nacht, gelegentlich auch bis andernmorgens.
Manche Hundebesitzer weigern sich, ihr Bett mit ihren Lieblingen zu teilen. Diesen Leuten mag die folgende Anweisung, einen Hund Zug um Zug aus dem Bett zu bekommen, nützlich sein:
Zuerst bringe man den Hund in Reichweite der Hände. Man beginne mit freundlicher Überredung. Zeigt dies nicht den gewünschten Erfolg (was es nie tut), bediene man sich seines Körpers und seiner Beine. Wellenförmige Bewegungen des Torsos lassen den Hund vielleicht so dicht in unsere Nähe rollen, daß man nach ihm greifen kann. Nun schiebe man ihn kräftig fort, beide Hände benutzend. Wenn er beißt, reiße man sofort ein Stück des Lakens als Verband ab.
Befindet sich der Hund unter der Decke (und die smarteren Rassen ziehen diese Position immer vor), so taste man nicht blindlings nach ihm. Das weiseste Vorgehen ist, die Decke allmählich zu lüften. Das gelingt am besten, wenn man zuvor selbst aus dem Bett steigt. Die Decke nie zu plötzlich fortziehen, da jähe Bewegungen den Hund verdrießen und ihn um das, was seiner Meinung nach ihm gehört, kämpfen lassen werden!
Freilich ist es durchaus möglich, daß der Hund selbst nach gänzlichem Entfernen der Decke weiterschläft. Man versuche dann die Kissenwurfmethode. Platzt das Kissen, darf man darob nicht verzweifeln; man kann leicht ein neues kaufen. Nun hüpfe man minutenlang die Matratze auf und nieder.
An diesem Punkt des Vorgehens werden manche Hunde (vorzüglich jene unter dem Namen "Wachhunde" bekannten) langsam ein Auge - oder auch alle beide - öffnen, wiewohl sie vermutlich nicht willens sind, das Bett zu verlassen. Als nächstes wird man deshalb das Bett schütteln. Man hebt es an einem Ende hoch und läßt es energisch auf den Boden knallen. Drauf zieht man die Matratze weg und dreht das ganze Bett um.
Führen alle diese Bemühungen zu keinem positiven Ergebnis, so zeigt man ihm, daß es Ernst wird. Man macht dem Hund nachdrücklichst klar, daß man zu den Menschen gehört, die eisern zu ihren Prinzipien stehen: man wird das Bett nicht mit ihm teilen! Man nimmt eine frische Decke aus dem Wäscheschrank und legt sich zum Schlafen auf die Wohnzimmercouch! |